Die letzten Einträge

E levve lang

Yippie, der FC steigt wieder auf! Es ist zwar noch ein Spieltag zu spielen, aber dass der FC als Tabellenerster wieder in die 1. Liga aufsteigt, das steht bereits seit Ostern fest. Und tatsächlich gibt es Anlass zur Hoffnung, dass dies der letzte Aufstieg für eine längere Zeit sein wird, und damit meine ich: dass sich der FC in der 1. Liga etablieren kann. Das Team ist jung und hungrig, und es stellt sich als unheimlich homogener Haufen dar, in dem niemand sehr herausragt. Der Geist innerhalb des Teams stimmt. Trainer, Manager, Sportdirektor, Geschäftsführer, Vorstand, .. auch hier habe ich nicht den geringsten Grund zur Kritik. Es passt tatsächlich alles. Wenn der FC diesen Weg entschieden weiter geht, dann kann in Köln etwas Großartiges auf die Beine gestellt werden.

Und weil ich zum ersten Mal seit Ewigkeiten dass Gefühl habe, dass sich der Verein auf einem hervorragenden Weg begibt, habe ich mein Leben als treuer Fan Mitte März in eine Mitgliedschaft verwandelt. So ganz uneigennützig ist die Mitgliedschaft allerdings nicht. Es wird in Zukunft oft so sein, dass der Ticket Vorverkauf nur für Mitglieder möglich sein wird. Sogar für das gestrige Spiel gegen St. Pauli war dies der Fall. Um also berechtigte Hoffnungen auf Tickets für alle zukünftigen Spiele haben zu können ist eine Mitgliedschaft schlicht und einfach Voraussetzung.

Für besagtes Spiel gestern gegen St. Pauli konnte ich mit Glück tatsächlich zwei Karten ordern. Zusammen mit einem befreundeten St. Pauli Fan und unseren Söhnen ging’s zum Stadion. Die Kids bekamen beim Eingang sogenannte “Schoß-Karten”, konnten also auf unserem Schoß sitzen. Es war das perfekte Spiel zum Einstieg in die Welt gemeinsamer Stadion Besuche mit meinem Sohn. Der FC war längst aufgestiegen, für St. Pauli ging’s auch um nichts mehr. Anschließend folgte sogar die Meisterfeier für den FC als Meister der 2. Liga. Und schließlich spielten unter anderem auch noch die Höhner und Brings. Kurzum: es war mehr ein gediegenes Event als ein umkämpftes Spiel.

Ein Perle der Pop Musik

Ich bin gerade ziemlich begeistert, rotiert doch eine CD einer mir bis dato völlig unbekannten Gruppe aus Australien seit Tagen schon pausenlos in meinem CD Player. Die Band nennt sich ‘The Jezabels’ und das Album heißt ‘Prisoner’. 13 Songs sind auf der Scheibe, und jeder Song überzeugt auf individuelle Art. Mal wird den 80ern gehuldigt (siehe angehängter Clip zu ‘Rosebud’), mal wird’s arg theatralisch, dann erinnert Sängerin Hayley Mary stark an Kate Bush, um in nächsten Augenblick wieder wie Heather Nova zu klingen. Einen großartigen Sinn für Melodien haben die 4 Mitglieder der Band, und ihre Instrumente beherrschen sie auch. Das Album besticht durch eine teils wunderschöne Instrumentierung, erinnert mich in diesem Punkt teilweise etwas an ‘Frightened Rabbit’.

In genau 10 Tagen erscheint bereits der Nachfolger zu ‘Prisoner': ‘The Brink’ schickt sich an, ein würdiger Nachfolger zu werden. Die ersten beiden Tracks, zu denen es schon Auskopplungen gibt, klingen vielversprechend.

Goodbye, kleiner Lupo

Es war Liebe auf den zweiten Blick.

Als ich mich im Sommer 2002 für den kleinen blauen Lupo entschied, den ich vom 19. August 2002 bis zum morgigen Tag fahren werde, war der Wagen nur meine zweite Wahl. Bei dem Händler, von dem ich den Lupo kaufte, kaufte ich ein paar Wochen vorher einen 60 PS starken VW Polo. Der Wagen erwies sich aber als ein riesiger Reinfall, und weil ich dem Händler betrügerische Absichten belegen konnte, aber keine gerichtliche Auseinandersetzung wollte, konnte ich den Polo gegen ein anderes Auto bei diesem Händler tauschen. Dort standen aber keine vergleichbaren Wagen rum. So wollte mir der Händler zwei VW Golfs andrehen, bei denen ich etwas zuzahlen sollte. Ich wollte aber nichts zuzahlen, und so fiel unser gemeinsamer Blick letzten Endes auf diese kleinen blauen Lupo. 75 PS hatte er, war 3 Jahre alt und hatte ca. 32.500 km auf dem Tacho. Okay, mehr PS, dafür quasi kein Kofferraum. Ob das ein guter Deal werden würde, bezweifelte ich – optisch beeindruckte mich der kleine Volkswagen absolut nicht. Die Testfahrt, bei der mich mein Vater begleitete, war aber richtig nett. Der Wagen hatte Pfiff, zog gut an, mir gefiel das Fahrgefühl sofort. Und so machte ich dann den Deal mit dem Händler, wollte das leidige Thema Autokauf auch endlich abschließen, ließ mir aber noch einen CD-Player von VW einbauen.

Die Zeit verging und mir gefiel der kleine blaue Lupo besser und besser. Was mich auch zunehmend beeindruckte, war, daß der Wagen absolut keine Probleme machte. Von Ende 1999 bis Ende 2001 fuhr ich einen Dienstwagen meines ehemaligen Arbeitgebers. Einen BMW 320D mit 136PS. Ein schnelles Auto mit viel Gedöns. Aber der Wagen war verhältnismäßig oft in der Werkstatt, weil Kleinigkeiten nach und nach ausfielen. Das war beim Lupo nicht der Fall. Klar, er hat weniger Extras als eine Limousine eines Premium Herstellers, da kann weniger ausfallen, aber: es fiel halt nichts aus. Nichts. Nicht mal eine Glühbirne.

Im nächsten Monat wird der kleine blaue Flitzer 15 Jahre alt. Ein stolzes Alter für ein kleines Auto. Den bald fälligen TÜV Check habe ich letzte Woche bereits machen lassen. “Ohne erkennbare Mängel” steht auf dem Papier. Was irgendwie auch klar war, fast alle TÜV relevanten Verschleißteile wurden in den letzten 4 Jahren getauscht. Viel konnte beim TÜV Termin nicht schief gehen.

Nun, ein paar Sachen funktionieren nach fast 15 Jahren nicht mehr. Der elektrische Fensterheber auf der Beifahrerseite zickt, ist nur noch mit viel Glück zu betätigen, wenn man vorher dort von innen gegen die Beifahrertür boxt, wo bei manuellen Fensterhebern die Kurbel ist. Und die Zentralverriegelung funktioniert zumindest auf der Fahrerseite auch nur noch dann, wenn’s warm und trocken wird. Kleinigkeiten, auf die ich gerne verzichtet habe.

Morgen wird der Wagen verkauft. Ein neuer Kleinstwagen steht bereits beim Händler und wartet auf Abholung. Nach fast 11 1/2 Jahren trennen sich damit morgen unsere Wege. Und was ich nie gedacht hätte: es fällt mir verdammt schwer, mich von dem kleinen Lupo zu trennen. Ich weiß nicht, ob ich noch einmal ein Auto für so einen langen Zeitraum fahren werde. Ich weiß aber: ein besseres Auto werde ich wohl nie mehr fahren. Der Lupo und ich, das passte einfach perfekt.

Mach’s gut, kleiner Lupo – ich werde Dich vermissen!

Album des Jahres 2013

Selten war die Wahl so einfach. Schon im Januar überzeugten Biffy Clyro durch und durch mit ihrem Doppel-Album ‘Opposites’, an dem einfach fast alles stimmt. 20 Songs auf so einem hohen Niveau findet man heutzutage einfach viel zu selten.

Überrascht wurde ich vielmehr von Platz 2 meiner diesjährigen Jahreshighlights. Da findet sich nämlich eine weitere Band aus Schottland: ‘Frightened Rabbit’. Hatte ich vorher nie gehört, auch nur durch Zufall kennen gelernt, und habe mich über die Monate tatsächlich sehr in ihr aktuelles Album ‘Pedestrian Verse’ verliebt. Pop mit außergewöhnlicher Instrumentierung, eine ziemlich runde Sache.

Und nach ‘The Woodpile’ verlinke ich gerne auch noch ‘State Hospital’ .. und freu mich nebenbei, dass ich dank eines Plugins jetzt auch Videos der Plattform vimeo verlinken kann :)

Zugegeben, schon ein arg Schottland-lastiges Jahr, dieses Jahr 2013. Ein Urlaub dort, die Lieblingsalben von dort. Nächstes Jahr geht’s nach Mallorca. Hurra!

Konzert des Jahres

Ich stehe immer noch etwas unter dem Eindruck vom sehr guten New Model Army / The Levellers Gig von letzter Woche in Köln. Das Weihnachtskonzert. Toll war’s. Ich bin ja nun riesiger Levellers Fan und gehe gern zu deren Gigs, sind sie doch live eine Macht. Nun waren sie letzte Woche aber ‘nur’ Special Guest bei der New Model Army. Die, wie ich feststellen durfte, live auch richtig, richtig gut ist. Und so war das Konzert richtig, richtig toll.

Aber: Das Konzert des Jahres war’s nicht. Und es war auch nicht Rush. Keine Frage, der Auftritt der drei Kanadier im Juni (auch in Köln) war grandios. Klar der beste der drei tollen Rush Gigs, die ich bislang beiwohnen durfte, was speziell an der 80er Ausrichtigung in der Songauswahl in der ersten Hälfte des ganzen Sets und an der wunderschönen visuellen Show lag. Aber es gab eine Band, die ich dieses Jahr direkt zweimal sah. Und den ersten Auftritt (jupp, auch in Köln) küre ich hiermit zum ‘Konzert des Jahres’.

Ende Februar war’s soweit: ich sah zum ersten Mal in meinem Leben Biffy Clyro! Öfter schon habe ich versucht, Karten zu bekommen, aber stets passte der Zeitpunkt nicht. Oder ich war zu spät. Und nicht dazu bereit, die abgefahren hohen Schwarzmarktpreise bei Ebay zu bezahlen. Aber im Februar 2013 klappte es. Und was sich auf der Bühne des E-Werks in Köln präsentierte, war soooo viel größer als das E-Werk. Die Halle war hoffnungslos zu klein für Biffy Clyro. Der Veranstaltungsort war natürlich ausverkauft. Aber noch nie hatte ich das Gefühl, dass eine Band so unglaublich viel größer ist als der Club, in dem sie spielt. Und die Schotten rockten die Halle als ob’s kein Morgen mehr gibt. Keine Frage: da spielte eine Band, die von Höhepunkt zu Höhepunkt eilt, in einer eigenen Liga.

Im November, also vor wenigen Wochen, sah ich sie wieder. Diesmal in der größeren Mitsubishi Electric Halle (früher: Philipshalle) in Düsseldorf. Wieder rockte Biffy Clyro aus vollen Rohren, aber die Halle passte schon besser zur Band, passen hier doch immerhin über 7.000 Leute rein. Auch dieser Auftritt war ein einziger Triumphzug der Schotten.

FC – Winterpause

Im letzten Beitrag zum FC war ich ja schon recht optimistisch, was die Saison angeht. Nun, nach 19 Spieltagen sind die Jungs endlich in der Winterpause, haben stolze 39 Punkte geholt bei einem Torverhältnis von 32 zu 10. Das bedeutet: Tabellenplatz 1 und 8 Punkte Vorsprung auf Rang 3. Es gab nach 15 (?) Spieltagen tatsächlich die erste Niederlage, an die sich gleich eine zweite Niederlage anknüpfte. Es waren blöde Spiele, in denen der FC überlegen war, aber gegen gleich zwei Vierer-Ketten in des Gegners Abwehr kein Mittel fand. Wer aber hier schon eine kleine Krise der jungen Profis ausmachen wollte, der wurde überrascht, denn es folgten vier Siege am Stück. Der letzte Sieg, den die Jungs gesten im Derby in Düsseldorf einfuhren, war davon der schönste Sieg von allen. 2-0 zur Pause geführt, dann zweimal böse überrascht worden, aber noch einmal das Heft in die Hand genommen und verdient 3-2 gewonnen. Es war eine absolut reife Leistung, und es war auch dieses Spiel, dass mich schwärmen lässt. So mit dem Verein identifiziert wie 2013 habe ich mich vermutlich noch nie. Ich kann mich nicht daran erinnern, jemals das Gefühl gehabt zu haben, dass es in der Mannschaft und im Umfeld so absolut perfekt läuft. Es sind tatsächlich auf allen Positionen, die es im Verein zu besetzen gibt, die richtigen Leute am Werk. In Köln kann zur Zeit etwas Großes aufgebaut werden, das spürt man. Ich bin gespannt auf 2014!

Schottland – Woche 2

Vor einigen Wochen schrieb ich hier einen Artikel zu unserem Sommerurlaub 2013. Schottland. Die Älteren unter meinen LeserInnen werden sich erinnern. Nun, wir waren insgesamt zwei Wochen auf der Insel. Eine Woche auf der Isle Of Skye, eine zweite Woche in der Nähe von Oban, um uns dort ein wunderschönes Cottage mit guten Freunden aus Berlin zu teilen.

Aber erst einmal mussten wir nach Oban kommen. Den ganzen Weg von der Isle Of Skye nach Oban regnete es ununterbrochen. Es war ein Wetter, das doch etwas meine Stimmung drückte. Aber nach vielen Stunden kamen wir endlich in Oban an, steuerten dort direkt den Bahnhof an und sahen schon aus dem Wagen heraus unsere Freunde aus Berlin. Gemeinsam ging’s dann zum Vermieter des Cottages, und von dort aus weiter zum Cottage. Und diese Fahrt vom Vermieter zum Cottage, diese Fahrt werde ich mein Leben nicht mehr vergessen:

Die erste Meile bis zum Cottage war noch einfach zu bewältigen, fuhren wir doch über eine geteerte Single-Track Road. Aber nach dieser ersten Meile kamen wir an eine Pforte. Und von da an führte uns ein extrem enger Wald-und Wiesenweg zum Cottage. Der Weg an sich war gar nicht das Problem, man musste nur einigen Schlaglöchern ausweichen. Aber die Enge dieses Weges war problematisch. Der Mietwagen berührte fast den ganzen Weg über (es war vielleicht ‘nur’ eine Meile) links und rechts das Grünzeug. Und hier speziell blöd, dass es nicht nur ‘sanftes’ Farn war, durch das sich der Wagen kämpfen musste; nein, auch dorniges Gestrüpp musste passiert werden. Und obschon ich im Zweifel doch eher auf der Seite des Farns fuhr, der Wagen bekam die Dornen ab. Und als wir endlich oben waren – wir brauchten für diese zwei Meilen vom Vermieter zum Cottage gute 20 Minuten – bemerkten wir am Mietwagen unzählige viele kleine Kratzer, aber auch ein paar wenige lange Kratzer, die sich über die ganze Wagenlänge streckten. Ich war schockiert, und ich darf vermutlich die ganze Gemeinschaft sprechen, wenn ich behaupte: wir alle waren schockiert.

Als wir die Koffer erstmal aus dem Wagen geladen hatten, fuhren wir schon bald wieder den ganzen Weg zurück – schließlich mussten wir noch Einkäufe machen. Ich beschwerte mich deutlichst beim Vermieter, der sich die Sache zu Herzen nahm und immerhin dafür sorgte, dass der Weg in den Folgetagen durch Zurückschneiden des Grünzeugs verbreitert wurde und am Freitag endlich wieder gut passierbar war. Und ich greife vor: bis heute kam keine (!) Rechnung seitens des Autovermieters. Glück gehabt!

Zum Cottage: es war wunderschön! Wunderschön! Es glänzte wahrlich nicht durch einen 5-Sterne-Charme, nein, es war ein einfaches älteres Cottage. Aber die Lage des Hauses war einfach unglaublich. Direkt am Wasser, weit und breit keine anderen Urlauber, einfach nur ein Haus in der Natur am Wasser. Wirklich: es war wunderschön (ich verweise einmal mehr auf mein flickr Album, dort ist ein Bild vom Cottage im Schottland Album)! Die einzigen Gäste, die uns rund um die Uhr begleiteten, waren eine Horde Schafe, die fleißigst den Boden düngten.

Persönliches Highlight war für mich in der zweiten Woche ganz klar der Besuch der Insel Iona. Diese Insel spukt mir schon seit 1992 oder 1993 im Kopf herum. Seinerzeit jobbte ich in den Sommerferien oder direkt nach dem Abi in einer Textilfirma, lernte dort einen englischen Mitarbeiter kennen, der die Band ‘Iona’ sehr schätzte. Der versorgte mich mit ein oder zwei Alben der Band und machte mich damit auch zum Fan. Und durch die Band wurde ich auf die Insel aufmerksam, besorgte mir Literatur zur Insel, habe auch seit Ewigkeiten eine Karte der Insel.

Iona kann man mit sportlichem Schritt tatsächlich an einem Tag ablaufen. Aber nun sollte man Iona nicht sportlichen Schrittes abarbeiten, gibt es hier doch mit der Iona Abbey eine Sehenswürdigkeit, für die man sich viel Zeit nehmen sollte.

Einige Tage später erlebten wir den einzig richtigen Sommertag auf der Insel! Und prompt an diesem Tag fanden in Oban die Highland Games statt. Da mussten wir natürlich hin. Und wir wurden Zeuge diverser ganz gewöhnlicher Sportwettkämpfe, aber es gab auch Highland-typische Wettbewerbe zu bestaunen. Und neben sportlichen Events gab es auch quasi an jeder Ecke des Sportplatzes, auf dem die Games statt fanden, Dudelsack-Wettbewerbe. Es war laut. Und dort, wo keine Dudelsack-Wettbewerbe stattfanden, wo man also die Musik aus den Wettbewerben nur noch angenehm leise wahr nahm, ja, da probten Dudelsack-Spieler für ihren Auftritt. Und da war’s dann auch laut. Hmm.

Nun, auch diese Woche ging natürlich zu schnell rum. Und so trennten sich am Samstag unsere Wege. Unsere Freunde hängten noch ein paar Tage woanders dran, wir fuhren zurück gen Inverness und kamen wohlbehalten wieder in Amsterdam an, fuhren von dort aus zurück nach Deutschland.

Irgendwann geht’s zurück nach Schottland. Nicht zwingend bald, aber gerne irgendwann. Dann würde ich gerne zurück zur Isle Of Skye. Und auch zurück nach Iona. Und dort vermutlich sogar zwei Tage am Stück verbringen. Weil’s halt so schön war.

FC – Momentaufnahme

Ja, auch über den 1. FC Köln habe ich lange nichts mehr geschrieben. Der Abstieg 2012 nach 4 Jahren schmerzte, aber mit Holger Stanislawki konnte trotz desolater finanzieller Lage ein Coach gefunden werden, der mit einer jungen Mannschaft einen neuen Anfang wagte. Die Saison 2012/2013 war im Nachhinein auch ganz ordentlich. Nach schlechter Hinrunde spielte die Mannschaft letzten Endes sogar wieder um den Aufstieg mit, landete am Ende aber dann doch “nur” auf dem 5. Rang.

Und dann passierte etwas, was die wenigsten FC Fans bis heute verstehen können: Holger Stanislawki schmiss nach nur einer Saison die Flinte in’s Korn, der FC stand auf einmal wieder ohne Trainer da. Und ein mehrwöchiges Drama in Form einer Trainerfindung begann. Vielen Namen wurden in den Ring geworfen, aber schlussendlich wurde es: Peter Stöger! Den hatte nun wirklich niemand auf dem Schirm. Den Namen kannten bis dahin auch nur Fans der österreichischen Liga. Denn dort wurde er im Sommer mit Austria Wien österreichischer Meister, setzte sich damit gegen einen finanziell viel stärkeren von Red Bull supporteten Club aus Salzburg durch. Man durfte also durchaus gespannt sein, konnte man über ihn doch Positives lesen.

Aber es wurde besser und besser: Marcel Risse, ein junger gestandener Erstliga-Profi, der jahrelang in Mainz kickte, wollte unbedingt für seine Geburtsstadt Köln Fußball spielen. Im Lebenslauf des Spielers sicherlich keine Verbesserung, aber schön zu sehen, dass er seinem Herz folgte. Mit dem FC wurde er sich schnell einig und nun spielt er tatsächlich für “seinen” FC Köln.

Das nächste Highlight: Jörg Schmadtke, bis dato erfolgreich als Sportdirektor für Hannover 96 tätig, wechselte ebenso an den Rhein, und zwar nach Köln, und nich nach in seine Heimat Düsseldorf, wo er auch hoch im Kurs stand! Ein Mega-Transfer (wenn man hier von Transfer sprechen kann), ist er doch eine absolute Größe auf seinem Gebiet. Für den FC mag ausschlaggebend gewesen sein, dass ein Jahr zuvor Kadermanager Jörg Jakobs bereits den Weg von Hannover nach Köln antrat und die beiden ein freundschaftliches Verhältnis haben.

Jakobs und Schmadtke machten recht bald Nägel mit Köpfen: Anthony Ujah, der in der Saison 2012/2013 eine recht erfolgreiche Leihgabe aus Mainz war und sich beim FC pudelwohl fühlte, wurde fix verpflichtet. Auch das heillose Chaos (Vertragswerk, Beraterzeugs, …) rund um Slawomir Peszko wurde innerhalb weniger Wochen aufgelöst. Er spielt nun auch wieder für den FC. Und als alle dachten, die Transfers seien abgeschlossen, schossen Jakobs und Schmadtke dann noch den Vogel ab: auch Patrick Helmes kehrte zurück in seine alte Heimat. Und dass er immer noch etwas drauf hat, zeigte er bereits nach 110 Sekunden bei seinem ersten Auftritt für den FC: Er traf!

Und so sieht das Team diese Saison aus: Im Tor ist Timo Horn nach wie vor eine Bank. In der Innenverteidigung hat sich Kevin Wimmer mit starken Auftritten einen Platz neben Dominic Maroh erkämpft. Ebenfalls hinten links/rechts verrichten Miso Brecko und Jonas Hector überzeugend ihren Job. Im defensiven Mittelfeld blüht Matthias Lehmann diese Saison regelrecht auf; ihm zur Seite steht mit Yannick Gerhardt ein bärenstarker Nachwuchsspieler, der irgendwann für Jogi Löw spielen wird, keine Frage! Etwas offensiver wirbeln Daniel Halfar (Neuzugang von 1860) und Marcel Risse als gäbe es kein Morgen mehr. Vorne harmonieren Ujah und Helmes auch von Spiel zu Spiel besser zusammen. Ein starke erste Elf!

Mit Slawomir Pezko, Maxi Thiel, Kevin McKenna, Thomas Bröker, Adil Chihi und vielen weiteren jungen hungrigen Spielern ist auch die Bank bestens besetzt.

Das Ende vom Lied: der FC spielt bis dato ziemlich erfolgreich. In der 2. Liga ist Köln nach 10 Spielen mit je 5 Siegen und Unentschieden noch ungeschlagen, und seit dem letzten Wochenende dank des besseren Torverhältnisses sogar Tabellenführer in einer allerding sehr starken Liga – der angepeilte Aufstieg wird absolut keine Selbstverständlichkeit. Und im DFB Pokal gab es Erfolge in Trier und Mainz, nächste Station ist Hamburg.

Auch wenn zur Zeit alles perfekt läuft, der FC drückt auf die Euphoriebremse, und das ist auch gut so:

Schottland – Woche 1

So, es wird mal wieder Zeit für ein Update hier. Viel Zeit ist vergangen seit dem letzten Eintrag. Zeit, in der zum Beispiel auch der Sommerurlaub fiel. Und zwar ging’s im August nach Schottland, ein lang gehegter Wunsch ging in Erfüllung!

Los ging’s am Flughafen Amsterdam. Ein Flieger von FlyBE (KLM Tochter) sollte uns nach Inverness bringen. Wir hätten alternativ auch von Düsseldorf nach Glasgow fliegen können, aber dann hätten wir in Schottland eine längere Anfahrt zu unserem Cottage der ersten Woche gehabt. Und so entschied ich mich für eine längere Anfahrt in Deutschland/in den Niederlanden, um halt etwas länger im vertrauten Rechtsverkehr unterwegs zu sein.

Inverness erwies sich als winzig kleiner Flughafen, da konnte man sich nun wahrlich nicht verlaufen. Der Mietwagenstand war entsprechend auch nicht zu übersehen. Und so ging’s von dort an recht fix und problemlos auf die Straße zu unserem Ziel: Isle Of Skye. Genauer: Portree!

Die Fahrt war recht einfach. Im Norden Schottlands fährt tatsächlich fast niemand mehr auf den Straßen. Und so kamen wir ohne Probleme nach mehrstündiger Fahrt auf der Isle Of Skye an. Und dort irgendwann auch in Portree, der “Hauptstadt” der Insel.

Unser Cottage “Skyehaven” war ziemlich perfekt. Gut ausgestattet, relativ nah an einem Einkaufsmarkt, und auf der Insel absolut zentral. Ein nächster Urlaub auf der Insel würde uns wohl noch einmal in genau dieses Cottage führen.

Von Portree aus waren dann jeden Tag unterwegs; im Norden lockte der Quiraing, der Old Man Of Storr und Kilt Rock, im Westen das Dunvegan Castle und der Nest Point, der westlichste Punkt der Insel. Südlich fuhren wir unter anderem nach Elgol und schipperten mit einem Boot zu den Cuillins im Loch Coruisk. Und auch die Talisker Destillerie und die Talisker Bay wurde angefahren. Im Osten schließlich ging’s über die Brücke zurück zum Festland zum Eilean Donan Castle.

Die Landschaft der Isle Of Skye war der Hammer, das kann man nicht anders sagen. Oft, sehr oft zückte ich meine Kamera und schoss drauf los. In dem auf dieser Seite verlinkten flickr-Konto habe ich ca. 20 Schottland Fotos hochgeladen, davon der größere Teil von der Isle Of Skye – schaut mal rein!

Alles in allem erfüllte diese erste Woche in Schottland all mein Erwartungen. Und so möchte ich irgendwann wieder zurück nach Schottland, zurück zur Isle Of Skye!

Rush – live in Köln!

Es ist schon fast 9 Jahre her, daß ich die Band, von der ich endlos viele Alben im Regal stehen haben, zum ersten und bis dato einzigen Mal live erleben durfte. 2004 gastierten Rush im Rahmen ihrer Welt-Tournee zum 30jährigen Tour-Jubiläum in Oberhausen. Und sie boten einen bunten Mix aus ihrer Diskographie, legten aber relativ viel Gewicht auf ihre frühen Jahre, spielten also viel Material aus den 70ern.

Ich muss zugeben (ja, steinigt mich!), so richtig warm wurde ich bei Rush erst mit den Alben aus den 80ern, im Detail: mit allen Alben seit “Moving Pictures” (1981). Und so wurde ich gestern von dem Auftritt der drei Kanadier in der Kölner Lanxess Arena schlicht und einfach umgehauen. Denn Rush ließen die 70er (abgesehen von der fast schon obligatorischen Zugabe “2112”) schlicht und einfach aus und boten zwei Sets in einem vom Steampunk orientierten Bühnenaufbau, von denen sich das erste fast ausnahmslos mit den 80ern auseinandersetzte, das zweite schließlich den Bogen zur aktuellen Scheibe “Clockwork Angels” spannte und mit weiteren Hits aus den 80ern/90ern garniert wurde.

Musikalisch war ich tatsächlich im ersten Set eher zuhause. Mit “The Pass” oder “Middletown Dreams” kann man mich halt leicht begeistern. Aber auch “Big Money”, “Force Ten”, “The Analog Kid” und Co. sind halt Meilensteine. Und so wurde Set 1 schon zu einem Triumphzug des Trios. Ein Genuss, und das nicht nur musikalisch, sondern auch visuell. Immer wieder wurde die riesige Leinwand genutzt, um Videosequenzen abzuspielen, oder einfach auch nur Geddy, Alex oder Neil in Großaufnahme zu zeigen. Es war töfte.

Zu Beginn des zweiten Sets setzten sich dann 7 StreicherInnen hinten auf die Bühne. Sie begleiteten die Band durch die neuen Songs und trugen erheblich zu einem einzigartigen Konzerterlebnis bei. Wenn sie mal nicht spielten, gingen sie so wunderbar zur Musik ab und “tanzten” halt hinten auf der Bühne, daß es eine wahre Freude war. Da waren Fans am Werk, kein Zweifel.

Die riesige Leinwand und auch die Lightshow kamen jetzt voll zur Entfaltung. Zu einigen Songs bewegten sich weit oben über der Bühne 10 symmetrisch angeordnete Video-Würfel, ab und zu wurden Feuerbälle nach oben abgefeuert, teilweise wurden jetzt die Musiker perspektisch in die Video-Sequenzen eingearbeitet. So sah man bei einem der Songs des zweiten Sets irgendwann Geddy beispielsweise als Video-Projektion auf einer Häuserwand spielend. Es sah schon umwerfend aus, und mein Blick wanderte eigentlich ständig von links nach rechts nach oben nach unten. Es war wirklich großartig.



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