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Endlich wieder Zeit ..

In den letzten Monaten hatte ich privat wenig Zeit für mich. Mein Arbeitgeber nötigte mich (und viele andere KollegInnen) zu einer Fortbildung mit abschließender Prüfung, die es in sich hatte. Und so verbrachte ich das letzte halbe Jahr abends mehr oder weniger mit Fachliteratur und/oder einer Software, mit der ich mich auf diese Prüfung vorbereiten konnte. Es blieb also keine Zeit für Webdesign, Computerspiele, und vieles mehr.

Aber Konzerte lasse ich mir auch in diesen Zeiten nicht nehmen. Und als ich zum ersten Mal mit dieser Software gute Testergebnisse einheimste, habe ich kurzerhand den Gig meiner alten Liebe Def Leppard gebucht. Das Konzert fand letzten Donnertagabend statt, am Vorabend der Prüfung. Und ich bin heilfroh, die Band nach 20 Jahren einmal wieder gesehen zu haben. Def Leppard spielen melodischen Hardrock. Vor 30 Jahren feierte die Band ihre größten Erfolge und verkaufte zig Millionen Alben mit ihren Meisterwerken „Pyromania“ und „Hysteria“, das bis zum heutigen Tag zu einem der meistverkauften Alben aller Zeiten gilt. Und so war es irgendwie verständlich, dass der letzten Donnerstag mit Musik aus dieser Zeit geprägt war. Und es war wie 1995, bei meinem ersten Gig der Briten, ein cooles Konzerterlebnis. Als die Band gegen Ende des Gigs ihre größten vier Hits auspackte, kochte die eh schon gute Stimmung in Köln endgültig über und machte die letzten 20 Minuten zum einem Triumphzug der Band. Sie können es immer noch, die Herren von Def Leppard!

Nur drei Tage später, am letzten Sonntag, spielten Árstíðir in der Christuskirche in Hagen. Und auch wenn mich Frau fast nie zu Konzerten begleitet, so ist Árstíðir für sie auch ein Muss, hat sie sich doch in die Musik der Isländer vom ersten Ton an verliebt. Support an diesem besonderen Abend war Kristoffer Gildenlöw, besser bekannt als Bassist der Progrock Band Pain Of Salvation. Als Solokünstler hat seine Musik keinen Rock Bezug mehr, ist aber durchaus noch als Prog einzustufen. Es war ein toller Auftritt, der er mit seinem Gitarristen und Percussionisten ablieferten. Ein sehr toller Auftritt, trotz der teils sperrigen Musik.

Árstíðir als Hauptband überzeugte auch auf ganzer Linie. Es ist schon unfassbar, mit welchem Gesangstalent alle (!) Mitglieder der Band ausgestattet sind. Und auch dies machte den Abend zu einer unglaublichen tollen Erfahrung. Für meine Frau war’s schlicht und einfach das beste Konzert, das sie je gesehen hat. Und ich kann auch kein Haar in der Suppe finden. Árstíðir werden wir gewiss wieder sehen.

Bye bye iPhone – Hello Lumia!

Es war nie mein Wunsch – Smartphone, dieses Apple iPhone 4, mit dem mich mein Arbeitgeber vor 2 1/2 Jahren für die Anwerbung eines Kollegen belohnen wollte. Seinerzeit war ich scharf auf ein Lumia 800 (oder 820? – ich weiß es nicht mehr!) als reines Smartphone ohne Vertrag, aber als mir ein iPhone 4 mit ordentlichem Vertrag angeboten wurde, musste ich nicht lange überlegen und akzeptierte diese „Kopfprämie“.

Vermutlich war ich damals auch ganz happy mit dem Smartphone von Apple, aber nach 2 1/2 Jahren und 2 großen Updates (von iOS5 ging es hoch auf iOS7) verwandelte sich das iPhone 4 mehr und mehr in eine Schildkröte, die bis zu 10 Sekunden brauchte, um auch einfachste Apps zu starten. Es machte schlicht und einfach keinen Spaß mehr.

Und so entschloss ich mich vor über einem Monat, dem iPhone 4 Adieu zu sagen. Um mich jetzt dann auch wirklich in die Windows Phone Welt aufzumachen. Es wurde, da musste ich nicht lange überlegen, ein Lumia 730. Ich nutze zwar die Dual-Sim Möglichkeit, die dieses Smartphone etwas besonders macht, (bis dato) nicht aus, aber dieses Smartphone ist halt einfach günstig und bietet viel. 198 EUR + 1,99 EUR Versand, das ist für ein Smartphone dieser Qualität ein ungemein attraktiver Preis.

Wie oben geschrieben, gut ein Monat ging bis heute in’s Land. Und ich bin tatsächlich jeden Tag auf’s Neue von diesem Smartphone begeistert. Es ist rasant, Apps starten blitzschnell. Auch gibt es tatsächlich (fast!) alle mir wichtigen Apps auch für die Windows Phone Welt. Ich vermisse quasi nichts. Und was mir mit am besten gefällt: Durch die zusätzlich micro-SD Karte konnte ich den 8GB Speicher um weitere 64 GB erweitern. Und nun finden sich tatsächlich ca. 500 Alben, die ich mit wenig Aufwand vom PC per USB auf das Lumia übertragen konnte, auf dieser kleinen Karte, die auch Fotos und Apps speichern kann. Ich habe fast meine ganze Musiksammlung auf dem Smartphone. Auf das kleine iPhone 4 passten nur ca. 8 Alben, danach war das iPhone dicht und öffnete teilweise keine Apps mehr.

Ach ja, und auch Bluetooth funktioniert endlich bestens. Kaum sitze ich im Auto, verbindet sich das Smartphone innerhalb kürzester Zeit mit dem Infotainment System des kleinen Skoda Citigo. Und ich habe eine Freisprecheinrichtung für’n Appel und ein Ei. Mit dem iPhone 4 war die Bluetooth Verbindung reine Glückssache, und selbst mit Verbindung konnte man nicht telefonieren. Es funktionerte einfach nicht. Aber jetzt, jetzt geht’s. Endlich. Ich. Bin. Happy.

Goodbye, kleiner Lupo

Es war Liebe auf den zweiten Blick.

Als ich mich im Sommer 2002 für den kleinen blauen Lupo entschied, den ich vom 19. August 2002 bis zum morgigen Tag fahren werde, war der Wagen nur meine zweite Wahl. Bei dem Händler, von dem ich den Lupo kaufte, kaufte ich ein paar Wochen vorher einen 60 PS starken VW Polo. Der Wagen erwies sich aber als ein riesiger Reinfall, und weil ich dem Händler betrügerische Absichten belegen konnte, aber keine gerichtliche Auseinandersetzung wollte, konnte ich den Polo gegen ein anderes Auto bei diesem Händler tauschen. Dort standen aber keine vergleichbaren Wagen rum. So wollte mir der Händler zwei VW Golfs andrehen, bei denen ich etwas zuzahlen sollte. Ich wollte aber nichts zuzahlen, und so fiel unser gemeinsamer Blick letzten Endes auf diese kleinen blauen Lupo. 75 PS hatte er, war 3 Jahre alt und hatte ca. 32.500 km auf dem Tacho. Okay, mehr PS, dafür quasi kein Kofferraum. Ob das ein guter Deal werden würde, bezweifelte ich – optisch beeindruckte mich der kleine Volkswagen absolut nicht. Die Testfahrt, bei der mich mein Vater begleitete, war aber richtig nett. Der Wagen hatte Pfiff, zog gut an, mir gefiel das Fahrgefühl sofort. Und so machte ich dann den Deal mit dem Händler, wollte das leidige Thema Autokauf auch endlich abschließen, ließ mir aber noch einen CD-Player von VW einbauen.

Die Zeit verging und mir gefiel der kleine blaue Lupo besser und besser. Was mich auch zunehmend beeindruckte, war, daß der Wagen absolut keine Probleme machte. Von Ende 1999 bis Ende 2001 fuhr ich einen Dienstwagen meines ehemaligen Arbeitgebers. Einen BMW 320D mit 136PS. Ein schnelles Auto mit viel Gedöns. Aber der Wagen war verhältnismäßig oft in der Werkstatt, weil Kleinigkeiten nach und nach ausfielen. Das war beim Lupo nicht der Fall. Klar, er hat weniger Extras als eine Limousine eines Premium Herstellers, da kann weniger ausfallen, aber: es fiel halt nichts aus. Nichts. Nicht mal eine Glühbirne.

Im nächsten Monat wird der kleine blaue Flitzer 15 Jahre alt. Ein stolzes Alter für ein kleines Auto. Den bald fälligen TÜV Check habe ich letzte Woche bereits machen lassen. „Ohne erkennbare Mängel“ steht auf dem Papier. Was irgendwie auch klar war, fast alle TÜV relevanten Verschleißteile wurden in den letzten 4 Jahren getauscht. Viel konnte beim TÜV Termin nicht schief gehen.

Nun, ein paar Sachen funktionieren nach fast 15 Jahren nicht mehr. Der elektrische Fensterheber auf der Beifahrerseite zickt, ist nur noch mit viel Glück zu betätigen, wenn man vorher dort von innen gegen die Beifahrertür boxt, wo bei manuellen Fensterhebern die Kurbel ist. Und die Zentralverriegelung funktioniert zumindest auf der Fahrerseite auch nur noch dann, wenn’s warm und trocken wird. Kleinigkeiten, auf die ich gerne verzichtet habe.

Morgen wird der Wagen verkauft. Ein neuer Kleinstwagen steht bereits beim Händler und wartet auf Abholung. Nach fast 11 1/2 Jahren trennen sich damit morgen unsere Wege. Und was ich nie gedacht hätte: es fällt mir verdammt schwer, mich von dem kleinen Lupo zu trennen. Ich weiß nicht, ob ich noch einmal ein Auto für so einen langen Zeitraum fahren werde. Ich weiß aber: ein besseres Auto werde ich wohl nie mehr fahren. Der Lupo und ich, das passte einfach perfekt.

Mach’s gut, kleiner Lupo – ich werde Dich vermissen!

Schottland – Woche 2

Vor einigen Wochen schrieb ich hier einen Artikel zu unserem Sommerurlaub 2013. Schottland. Die Älteren unter meinen LeserInnen werden sich erinnern. Nun, wir waren insgesamt zwei Wochen auf der Insel. Eine Woche auf der Isle Of Skye, eine zweite Woche in der Nähe von Oban, um uns dort ein wunderschönes Cottage mit guten Freunden aus Berlin zu teilen.

Aber erst einmal mussten wir nach Oban kommen. Den ganzen Weg von der Isle Of Skye nach Oban regnete es ununterbrochen. Es war ein Wetter, das doch etwas meine Stimmung drückte. Aber nach vielen Stunden kamen wir endlich in Oban an, steuerten dort direkt den Bahnhof an und sahen schon aus dem Wagen heraus unsere Freunde aus Berlin. Gemeinsam ging’s dann zum Vermieter des Cottages, und von dort aus weiter zum Cottage. Und diese Fahrt vom Vermieter zum Cottage, diese Fahrt werde ich mein Leben nicht mehr vergessen:

Die erste Meile bis zum Cottage war noch einfach zu bewältigen, fuhren wir doch über eine geteerte Single-Track Road. Aber nach dieser ersten Meile kamen wir an eine Pforte. Und von da an führte uns ein extrem enger Wald-und Wiesenweg zum Cottage. Der Weg an sich war gar nicht das Problem, man musste nur einigen Schlaglöchern ausweichen. Aber die Enge dieses Weges war problematisch. Der Mietwagen berührte fast den ganzen Weg über (es war vielleicht ’nur‘ eine Meile) links und rechts das Grünzeug. Und hier speziell blöd, dass es nicht nur ’sanftes‘ Farn war, durch das sich der Wagen kämpfen musste; nein, auch dorniges Gestrüpp musste passiert werden. Und obschon ich im Zweifel doch eher auf der Seite des Farns fuhr, der Wagen bekam die Dornen ab. Und als wir endlich oben waren – wir brauchten für diese zwei Meilen vom Vermieter zum Cottage gute 20 Minuten – bemerkten wir am Mietwagen unzählige viele kleine Kratzer, aber auch ein paar wenige lange Kratzer, die sich über die ganze Wagenlänge streckten. Ich war schockiert, und ich darf vermutlich die ganze Gemeinschaft sprechen, wenn ich behaupte: wir alle waren schockiert.

Als wir die Koffer erstmal aus dem Wagen geladen hatten, fuhren wir schon bald wieder den ganzen Weg zurück – schließlich mussten wir noch Einkäufe machen. Ich beschwerte mich deutlichst beim Vermieter, der sich die Sache zu Herzen nahm und immerhin dafür sorgte, dass der Weg in den Folgetagen durch Zurückschneiden des Grünzeugs verbreitert wurde und am Freitag endlich wieder gut passierbar war. Und ich greife vor: bis heute kam keine (!) Rechnung seitens des Autovermieters. Glück gehabt!

Zum Cottage: es war wunderschön! Wunderschön! Es glänzte wahrlich nicht durch einen 5-Sterne-Charme, nein, es war ein einfaches älteres Cottage. Aber die Lage des Hauses war einfach unglaublich. Direkt am Wasser, weit und breit keine anderen Urlauber, einfach nur ein Haus in der Natur am Wasser. Wirklich: es war wunderschön (ich verweise einmal mehr auf mein flickr Album, dort ist ein Bild vom Cottage im Schottland Album)! Die einzigen Gäste, die uns rund um die Uhr begleiteten, waren eine Horde Schafe, die fleißigst den Boden düngten.

Persönliches Highlight war für mich in der zweiten Woche ganz klar der Besuch der Insel Iona. Diese Insel spukt mir schon seit 1992 oder 1993 im Kopf herum. Seinerzeit jobbte ich in den Sommerferien oder direkt nach dem Abi in einer Textilfirma, lernte dort einen englischen Mitarbeiter kennen, der die Band ‚Iona‘ sehr schätzte. Der versorgte mich mit ein oder zwei Alben der Band und machte mich damit auch zum Fan. Und durch die Band wurde ich auf die Insel aufmerksam, besorgte mir Literatur zur Insel, habe auch seit Ewigkeiten eine Karte der Insel.

Iona kann man mit sportlichem Schritt tatsächlich an einem Tag ablaufen. Aber nun sollte man Iona nicht sportlichen Schrittes abarbeiten, gibt es hier doch mit der Iona Abbey eine Sehenswürdigkeit, für die man sich viel Zeit nehmen sollte.

Einige Tage später erlebten wir den einzig richtigen Sommertag auf der Insel! Und prompt an diesem Tag fanden in Oban die Highland Games statt. Da mussten wir natürlich hin. Und wir wurden Zeuge diverser ganz gewöhnlicher Sportwettkämpfe, aber es gab auch Highland-typische Wettbewerbe zu bestaunen. Und neben sportlichen Events gab es auch quasi an jeder Ecke des Sportplatzes, auf dem die Games statt fanden, Dudelsack-Wettbewerbe. Es war laut. Und dort, wo keine Dudelsack-Wettbewerbe stattfanden, wo man also die Musik aus den Wettbewerben nur noch angenehm leise wahr nahm, ja, da probten Dudelsack-Spieler für ihren Auftritt. Und da war’s dann auch laut. Hmm.

Nun, auch diese Woche ging natürlich zu schnell rum. Und so trennten sich am Samstag unsere Wege. Unsere Freunde hängten noch ein paar Tage woanders dran, wir fuhren zurück gen Inverness und kamen wohlbehalten wieder in Amsterdam an, fuhren von dort aus zurück nach Deutschland.

Irgendwann geht’s zurück nach Schottland. Nicht zwingend bald, aber gerne irgendwann. Dann würde ich gerne zurück zur Isle Of Skye. Und auch zurück nach Iona. Und dort vermutlich sogar zwei Tage am Stück verbringen. Weil’s halt so schön war.

Schottland – Woche 1

So, es wird mal wieder Zeit für ein Update hier. Viel Zeit ist vergangen seit dem letzten Eintrag. Zeit, in der zum Beispiel auch der Sommerurlaub fiel. Und zwar ging’s im August nach Schottland, ein lang gehegter Wunsch ging in Erfüllung!

Los ging’s am Flughafen Amsterdam. Ein Flieger von FlyBE (KLM Tochter) sollte uns nach Inverness bringen. Wir hätten alternativ auch von Düsseldorf nach Glasgow fliegen können, aber dann hätten wir in Schottland eine längere Anfahrt zu unserem Cottage der ersten Woche gehabt. Und so entschied ich mich für eine längere Anfahrt in Deutschland/in den Niederlanden, um halt etwas länger im vertrauten Rechtsverkehr unterwegs zu sein.

Inverness erwies sich als winzig kleiner Flughafen, da konnte man sich nun wahrlich nicht verlaufen. Der Mietwagenstand war entsprechend auch nicht zu übersehen. Und so ging’s von dort an recht fix und problemlos auf die Straße zu unserem Ziel: Isle Of Skye. Genauer: Portree!

Die Fahrt war recht einfach. Im Norden Schottlands fährt tatsächlich fast niemand mehr auf den Straßen. Und so kamen wir ohne Probleme nach mehrstündiger Fahrt auf der Isle Of Skye an. Und dort irgendwann auch in Portree, der „Hauptstadt“ der Insel.

Unser Cottage „Skyehaven“ war ziemlich perfekt. Gut ausgestattet, relativ nah an einem Einkaufsmarkt, und auf der Insel absolut zentral. Ein nächster Urlaub auf der Insel würde uns wohl noch einmal in genau dieses Cottage führen.

Von Portree aus waren dann jeden Tag unterwegs; im Norden lockte der Quiraing, der Old Man Of Storr und Kilt Rock, im Westen das Dunvegan Castle und der Nest Point, der westlichste Punkt der Insel. Südlich fuhren wir unter anderem nach Elgol und schipperten mit einem Boot zu den Cuillins im Loch Coruisk. Und auch die Talisker Destillerie und die Talisker Bay wurde angefahren. Im Osten schließlich ging’s über die Brücke zurück zum Festland zum Eilean Donan Castle.

Die Landschaft der Isle Of Skye war der Hammer, das kann man nicht anders sagen. Oft, sehr oft zückte ich meine Kamera und schoss drauf los. In dem auf dieser Seite verlinkten flickr-Konto habe ich ca. 20 Schottland Fotos hochgeladen, davon der größere Teil von der Isle Of Skye – schaut mal rein!

Alles in allem erfüllte diese erste Woche in Schottland all mein Erwartungen. Und so möchte ich irgendwann wieder zurück nach Schottland, zurück zur Isle Of Skye!

Ein Verfahren? Gegen mich? Huch!

Meine Frau staunte gestern nicht schlecht, als sie ein an mich adressiertes Schreiben der Staatsanwaltschaft Dortmund aus dem Briefkasten fischte. Sie öffnete den Umschlag und war ziemlich baff, als sie las:

Ermittlungsverfahren gegen Sie
Tatvorwurf: Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort

Sie rief mich direkt im Büro an und überraschte mich mit der Neuigkeit, daß dieses Verfahren gegen mich eingestellt wurde – mir war bis dato gar nicht klar, daß ich mich in letzter Zeit unerlaubt von einem Unfallort entfernt hätte. Auch ein gegen mich laufendes Verfahren war mir nicht bekannt. So rief ich umgehend bei der Staatsanwaltschaft an und hakte unter Nennung des Aktenzeichens nach.

Die nette Dame am Telefon erklärte mir, daß es sich bei diesem Verfahren um meinen Unfall vom 18. März handelte. Ich blickte auf den Kalender. Ein Montag. Hmm.. ich war an dem Tag ganz normal im Büro. Hatte aber keinen Unfall. Sie fuhr fort und erwähnte, daß meine Fahrschülerin doch diesen Unfall hatte, irgendwann morgens, wenn ich mich richtig an das Telefonat erinnere. Fahrschülerin? Jetzt wurde es interessant. Ich bin aber kein Fahrlehrer, polterte es aus mir heraus. Ich komme zwar auf dem Weg zur Arbeit täglich an einer Fahrschule Wilms vorbei, aber allein das Dran Vorbeifahren macht mich ja nicht zu einem Fahrlehrer. Dem stimmte sie zu, aber sie hakte nach.: Ob ich denn der André Wilms im Huser Feld in Herdecke wäre? Ich bejahte, aber als sie mir dann mein vermeintliches Geburtsdatum nannte, musste ich ihr gestehen, daß ich drei Jahre und 19 Tage jünger als der Fahrlehrer bin, mangels Haarausfall aber eventuell doch älter aussehe.

Für die nette Dame am Telefon war der Fall damit erledigt, ich könne den Brief in den Müll werfen. Mich beschäftigen aber immer noch drei Fragen:

  1. Warum haben mich die anderen Schreiben zu dem Verfahren nicht erreicht?
  2. Hat ein Fahrlehrer mit anwesender Fahrschülerin nicht irgendwie Vorbildcharakter und müsste sich anders verhalten?
  3. Habe ich jetzt einen Eintrag in meiner Polizeiakte?

Die dritte Frage habe ich immerhin der Staatsanwaltschaft per E-Mail gestellt, warte aber noch auf die Antwort.

Die microm Typologie

Wer statt eines Lebens als Mieter auf Eigentum setzt, der kennt das Problem: das Objekt muss finanziert werden. Was an sich eigentlich kein Problem ist, es sei denn, man gerät in die Welt der microm Typologie.

Was war passiert? Nun, vor etwas über zwei Jahren wollten meine Frau und ich ganz schlau sein und in Erwartung steigender Zinsen für die Baufinanzierung ein sogenanntes Forward-Darlehen abschließen, um uns die damals recht günstigen Zinsen zu sichern. Gut, es kam anders, die Zinsen gingen bis heute bergab, ab das soll nun nicht das Thema sein. Okay, also ein Forward-Darlehen. Der bisheriger Darlehensgeber erwies sich aber seinerzeit als nicht mehr ganz so günstig, und so ließen wir uns über einen anderen Finanzdienstleister Angebote einholen. Es gewann die Volksbank Münster, die unseren bisherigen Darlehensgeber um etwas 0,75% unterbot. Eine stolze Differenz. Und so wollten wir den Deal mit der Volksbank Münster eingehen und reichten alle benötigten Unterlagen fix ein.

Etwas Zeit verging. Und irgendwann bekamen wir den Eindruck, daß uns die Volksbank Münster dann vielleicht doch nicht als Kunden wünscht. Sie stellte sich irgendwie quer. Einen Grund nannte sie uns nicht, aber selbst der Finanzdienstleister schrieb mir irgendwann per E-Mail:

„Und ja, ich habe leider durch die diversen Nachforderungen der Volksbank den Eindruck, daß dieser Partner nicht wirklich an diesem Geschäft interessiert ist.“

Irgendwann verloren wir die Geduld und brachen das Geschäft mit der Volksbank Münster ab. Wenn sie uns nicht will .. was will man machen.

Wochen später schickte uns die Volksbank Münster die eingereichten Unterlagen zurück. Aber mehr als nur unsere Unterlagen. Überrascht fischte ich ein „Liegenschaftsexposé“ für unser Objekt hervor. Dieses Exposé wurde bereitgestellt durch die Immo-Check GmbH in Bochum, der spannende Teil, die sogenannte microm Typologie, kommt allerdings von der microm Micromarketing-Systeme und Consult GmbH (weiter unten nur noch als microm GmbH benannt).

Und das stand letzten Endes über uns in dieser Typologie:

Die im Objekt selbst wohnenden Konsumenten sind geprägt durch den microm Typ:

(D14) Nicht modernisierter Altbau

Junge Leute mit extrem geringer beruflicher Qualifikation und sehr schlechter Zahlungsmoral in größeren älteren Häusern; hohes Umzugsvolumen; sehr stark im Osten verbreitet

Huch?!? Ich war schockiert, hatte aber auf einmal Verständnis für die Volksbank Münster. Einen so charakterisierten Kunden würde ich als Bank auch nicht haben wollen.

Ich kontaktierte wenig später die Leute der microm GmbH. Dort wichen zwei Damen auf meine Fragen nach der Einstufung als (D14) aus, waren vielmehr schockiert, daß diese Daten, die nicht für die Kundschaft bestimmt sind, dann doch den Weg nach draußen fanden. Als sich die Damen wochenlang dann gar nicht mehr bei mir meldeten und jede Erklärung schuldig blieben, schrieb ich eine E-Mail an alle Geschäftsführer der Firma. Betreff:

„Rufschädigende Einstufung Ihrerseits“

Und endlich kam etwas Bewegung in die Sache. Zuerst klärte mich einer der Geschäftsführer auf, daß nicht wir persönlich gemeint waren, sondern die Micro-Zelle, in der wir leben. Ich zitiere:

„Microgeographische Daten (kleinräumige statistische Informationen) werden erstellt, weil das Speichern und die Nutzung personenbezogener Daten laut Bundesdatenschutzgesetz BDSG in Deutschland nur sehr eingeschränkt erlaubt ist. Bei der Erstellung microgeographischer Daten, und die Wohnumfeldtypologie der microm ist ein solches Datum, werden zuvor anonymisierte Informationen aus sehr vielen Quellen in sogenannte „Microzellen“ eingezählt und als Mittelwert oder als statistische Wahrscheinlichkeit gespeichert. Auf die in diesen Microzellen (mindestens 5 Haushalte) wohnenden Einzelpersonen ist eine Reanonymisierbarkeit nicht mehr möglich und auch nicht zulässig.

Um auf die geforderte Mindestgröße der Microzelle von 5 Haushalten zu kommen, müssen in den meisten Fällen, wie auch bei Ihnen, die Informationen mehrerer Häuser zusammen gefasst werden.“

Also: nicht meine Frau und ich waren mit (D14) gemeint, sondern eine „Zelle“ mit uns und vier weiteren benachbarten Haushalten. Diese Zelle bekam die Charakterisierung:

Junge Leute mit extrem geringer beruflicher Qualifikation und sehr schlechter Zahlungsmoral in größeren älteren Häusern; hohes Umzugsvolumen; sehr stark im Osten verbreitet

Nun ging ich also im Geiste meine Nachbarschaft durch. Und ich kam recht schnell zu dem Schluss: Niemand aus meiner Nachbarschaft passt auch nur annähernd auf dieses Profil. Und schon gar nicht in so einer Anhäufung von Haushalten, daß dies in der Einstufung (D14) für die ganze Zelle münden dürfte.

Also hakte ich nach. Und dann bekam ich endlich eine detaillierte Antwort:

„In Ihrem Falle führte insbesondere ein hohes Umzugsvolumen und der KFZ-Besatz in der Mesozelle (überproportional viele Gebrauchtwagen) zu der Zuordnung zu Typ D14.“

Uff! Hier die Fakten: Zum Zeitpunkt der Erhebung der Daten (30.11.2009) waren meine Frau und ich die am letzten Zugezogenen. Und das war 2003! Ich wüsste nicht, wer aus der Nachbarschaft zu diesem Zeitpunkt das Haus / die Wohnung gewechselt haben sollte. Und die Sache mit den Gebrauchtwagen .. ich weiß nicht, wie ernst ich das nun wieder nehmen soll. Vielleicht waren viele Gebrauchtwagen in unserer Zelle, aber das liegt schlicht und einfach daran, dass unser Ortsteil von Herdecke bezüglicher öffentlicher Transportmittel mehr oder weniger abgeschnitten ist und wir auf motorisierte Beförderung angewiesen sind. Wenn ich allein das Reihenhaus betrachte, in dem wir wohnen, so lebten zum Zeitpunkt der Datenerhebung 11 Erwachsene in den 6 Wohneinheiten, und von diesen 11 Erwachsenen hatten immerhin 10 Bewohner ein eigenes Auto. Ja, und dann halt auch gerne mal einen Gebrauchtwagen. Aber es waren unter diesen 10 Autos durchaus auch gutklassige Wagen wie ein VW Touareg, ein VW Passat, ein Mini, ein SLK, .. ja, und auch unser Seat Leon, ironischerweise gekauft als Neuwagen bzw. Wagen mit Tageszulassung, und das fällt nun mal nicht in die Kategorie ‚Gebrauchtwagen‘.

Der Geschäftsführer der microm GmbH stellte übrigens zweimal schriftlich fest:

„Laut Gesetz darf kein Finanz- oder Versicherungsinstitut alleine aufgrund der automatisch generierten microgrographischen Daten eine Leistung verweigern!“

Aber .. wenn sich wie in unserem Beispiel die Volksbank Münster so seltsam anstellt, daß dies einer Verweigerung nahe kommt, macht das dann wirklich einen Unterschied?

Das neue Design ..

Aufmerksame Verfolger dieses kleinen Blogs haben vermutlich schon bemerkt, dass sie hier im visuellen Bereich etwas getan hat. Das grundlegende Design ist geblieben, immer noch basiert dieses Blog auf einem Theme, daß sich durch Schlichtheit auszeichnet. Ich war schon kurz davor, mir eine andere Optik zu installieren, war sogar bereit, hier etwas Geld zu investieren. Aber letzten Endes blieb ich dem alten Theme treu, habe aber hier und da etwas Hand angelegt.

So fällt natürlich auf, dass hier nicht mehr nur alles schwarz und weiß ist. Vielmehr wurde schwarz durch diesen Grünton abgelöst. Dieser Ton fiel mir beim Stöbern über alternative Themes auf, und irgendwie blieb ich bei dieser Farbe hängen. Im selben Atemzug habe ich dann auch direkt das Bildchen unter dem Hauptmenü angepasst. Viel Arbeit investierte ich hier nicht, ich wählte vielmehr fast willkürlich ein von mir aufgenommenes Foto, das ich ohne viel Grübelei in der Höhe beschneiden konnte, ohne viel vom Motiv zu verlieren.

Die letzten zwei Änderungen betreffen die Schriftart und die grün hinterlegten Elemente. Ich muss an dieser Stelle erwähnen, dass mich die Optik des Windows Phones meiner Frau begeistert. Ich bin sicher, Microsoft macht an dieser Stelle so einiges richtig. Und so wollte ich durch die Schriftart von Microsoft und die entfernte Anlehnung an das Kacheln-Konzept des aktuellen Windows Betriebssystems hier eine kleine Annäherung an das Design aus Redmond schaffen. Alles ohne viel Aufwand, die ganze Umstellung dauerte bis dato ca. 1 Stunde, aber ich denke, ich werde hier noch weiter rumspielen und das einst schwarz-weiße Theme nach und nach umstricken. Für den Anfang bin ich auf jeden Fall recht angetan. Und ich hoffe, es geht nicht nur mir so :)

I’m baaaaack!

Neues Jahr, neues Glück. Ich habe mir fest vorgenommen, ab und zu mal wieder ein paar Zeilen zu schreiben. Bald geht’s los, versprochen.

Ein Witz

Drei Männer spazieren durch den Wald. Plötzlich macht es neben ihnen *wuuuuusch“ und eine Fee erscheint. Mit einer engelsgleichen Stimme sagt sie: „Heute ist der glücklichste Tag eures Lebens. Jeder von euch hat drei Wünsche frei.“ Die Männer jubeln, und der erste sagt auch gleich seinen ersten Wunsch: „Ich wünsche mir eine tropische Insel für mich ganz allein. Natürlich mit Quellen und Wäldern mit Tieren, die ich jagen kann, wenn mir nach Abenteuer ist; mit den besten und süßesten Früchten, die es überhaupt gibt.“ *zack* – Wunsch erfüllt.

Sagt der zweite: „Ich hätte gerne eine noch coolere Insel. Mit mehr Tieren, mehr Quellen und besseren Früchten!“ *zack* – Wunsch erfüllt.

Sagt der dritte: „Ich will, daß sich mein rechter Arm immer rauf und runter bewegt.“ Die Fee kratzt sich am Kopf, aber Wunsch ist schließlich Wunsch, und so geht auch dieser in Erfüllung.

Eine Woche später treffen sich die drei Männer an der gleichen Stelle wieder für den zweiten Wunsch und es dauert auch nicht lange, bis die Fee wieder erscheint.

Der erste Mann ruft sogleich: „Ich hätte gerne eine Frau. Und zwar nicht irgendeine, sondern die schönste Frau, die ich mir vorstellen kann. Natürlich mit großen, wohlgeformten Brüsten, schönes Gesicht, Arsch, Beine, versteht sich ja von selbst. Außerdem soll sie eng sein und ein bisschen versaut, sie soll gut kochen können, und putzen und so. Du verstehst, was ich meine.“

Die Fee nickt und *zack* – Wunsch erfüllt.

Sagt der Zweite: „Hehe, ich hätte gerne eine noch geilere Frau. Mit schöneren Brüsten, Beinen, Arsch etc. und die besser kochen und putzen kann!“ *zack* – Wunsch erfüllt.

Sagt der Dritte:  „Ich will, daß sich mein linker Arm immer rauf und runter bewegt.“ Die Fee wundert sich wieder, sagt aber nichts und erfüllt auch diesen Wunsch.

Eine Woche später treffen sich die drei abermals an der selben Stelle, um den dritten Wunsch in Erfüllung gehen zu lassen. Nach einigen Momenten erscheint die Fee wieder und der erste Mann sagt: „Ich wünsche mir Luxus für mich und meine Frau: Autos, Fernseher, Internet, 50 EUR auf Partypoker, einfach alles, was das Herz begehrt. Natürlich auch eine absolut luxuriöse Einrichtung für mein Haus und soviel Geld, wie ich nur ausgeben kann.“ *zack* – Wunsch erfüllt.

Sagt der Zweite: „Ich hätte gerne noch mehr Luxus. Mehr und schnellere Autos, eine bessere Internetverbindung, 150 EUR auf Partypoker, die bessere Inneneinrichtung für mein Haus und noch viel mehr Geld auf meinem Konto.“ *zack* – Wunsch erfüllt.

Sagt der dritte:  „Ich will, daß sich mein Kopf immer rauf und runter bewegt.“ Die Fee hüstelt, enthält sich aber des Kommentars und erfüllt den Wunsch.

Eine Woche später treffen sich die drei Freunde noch einmal um über ihr Glück zu sprechen. Sagt der erste: „Boah, Leute, ihr glaubt nicht wie toll das ist. Ich habe das tollste Haus, das es gibt, zahle keine Steuern auf meiner Insel, kann den ganzen Tag pokern, habe Luxus, alles was ich mir wünschen kann und eine unglaubliche Frau!“

Der Zweite lacht nur verächtlich und meint: „Pah, ich hab das viel bessere Haus als du. Steuern werden an mich entrichtet, ich bin winning Player auf NL1000, kann mich vor lauter Luxus gar nicht entscheiden, was ich jetzt lieber tun würde und meine Frau ist der absolute Oberhammer im Bett und in der Küche.

Sagt der Dritte: „Verdammt, ich hab mir voll den Scheiß gewünscht!“



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